Wir möchten hier unseren Verein und seine
Geschichte etwas näher vorzustellen.
Zur Zeit sind wir ca. 70 Mitglieder, u. a. in 5
Tanzgruppen, im Alter von 5- 71 Jahren, die sich mit Leib und Seele dem
Fasching verschrieben haben und mit deren Enthusiasmus wir, wenn uns
unsere mittlerweile über 100jährige Halle erhalten bleibt, auch die
nächsten Jahre unseren Beitrag zum karnevalistischen Brauchtum leisten können.
Gleich vorweg die Erklärung unseres Schlachtrufes „Lobels
Helau“: Die Bürger der Stadt Adorf werden von den Vogtländern allgemein
als „Lobel“ bezeichnet, wobei auch der ortsübliche Dialekt das „Lobeln“
genannt wird.
Ein genauer Gründungstag des Adorfer
Carneval-Verein ist nicht überliefert. Einige, dem Jungendalter
entwachsene Mitglieder des örtlichen Jugendklubs beschlossen 1972 die
Gründung eines Faschingsvereins. Erster Präsident wurde
Ulli Reidel. Der
Namensteil Verein konnte nur mit Schwierigkeiten beim Rat des Kreises
durchgesetzt werden, da zur damaligen Zeit allein die Gründung von Klubs
politisch korrekt war. Die Faschingstradition unserer Heimatstadt geht
aber viel weiter zurück. In den 50er und 60er Jahren wurde Fasching
in Adorf im Rahmen der legendären Kleingärtner-Maskenbälle gefeiert.
Auch in jenen Jahren gab es schon Prinzenpaare, Elferrat, einen
Faschingsumzug durch die Stadt und was sonst noch alles dazugehört.
Die erste Veranstaltung unter Leitung des ACV war
die Sessionseröffnung am 11.11.1972 und im darauf folgenden Sommer 1973
reiste eine Gruppe Vereinsmitglieder zum Erfahrungsaustausch in die
Faschingshochburg der DDR nach Wasungen.
Damals wie heute können wir unsere Turnhalle nur am
11.11. und am Faschingswochenende nutzen. So gab es neben dem Großen
Maskenball am Samstag auch gleich noch Rosenmontags- und
Faschingsdienstagsveranstaltungen. Seit dem sind alle Großen Maskenbälle
des ACV ausverkauft, mit teilweise weit über 1000 Gästen.
Besucherzahlen, die heute in der Halle leider bei weitem nicht mehr
zulässig sind.

Zwei Jahre nach Vereinsgründung wurde die Tradition
der Faschingsumzüge wiederbelebt und bis heute erhalten. Auch
Höhenfeuer, Maibaumaufstellen und Maifeiern wurden in den 70er und 80er
Jahren organisiert.
Ein Sessions- Thema wählte man in den ersten Jahren
nur sporadisch, wobei 1975 (Nutze dein Leben ständig, denn du bist
länger tot als lebendig) und 1979 (die Kultur in Adorf ist zwar
schlecht, doch mach’s mal jedem Lobel recht) die Losungen vom Rat des
Kreises verboten wurden.
Zum 10jährigen Jubiläum des ACV ließ man die ersten
Faschingsorden anfertigen, Weitere folgten zum 15 und 20jährigen
Gründungsjahr. Mittlerweile gibt es jedes Jahr einen Sessionsorden.
Mitte der 80er Jahre war der Andrang zu den
Maskenbällen so groß, dass sich der ACV gezwungen sah, die
Veranstaltungen gleichzeitig in der Turnhalle und im damaligen
Jugendklubhaus durchzuführen.
In diesen Jahren fanden sich tanzbegeisterte
Mädchen zur Gründung einer Tanzgruppe im Verein, der späteren
Prinzengarde, zusammen. Unter Leitung des Ehepaares
Swiderek war damit
der Grundstein für die heutigen tänzerischen Erfolge gelegt.
Die schwierigste Zeit durchlebte der Verein in den
Jahren 1989/1990. Der politische Umbruch in der DDR brachte auch
grundlegende Veränderungen im ACV mit sich. Viele Karnevalisten
beendeten ihre Mitgliedschaft, teils aus privaten, teils aus beruflichen
Gründen und erst Mitte der neunziger Jahre fanden nach und nach wieder
mehr Faschingsbegeisterte den Weg in den Verein. In dieser Zeit erfolgte
auch die Änderung der Vereinsfarben von Blau/ Gold in Rot/ Weiß. Nach
Günter Lindner wählten die Mitglieder
Bernd Dorst zum Präsidenten.
1995 formierte sich unser Männerballett und war mit
seinem Can-Can der viel umjubelte Höhepunkt der
Februar-Veranstaltungen. Seit dem sind sie nicht nur fester Bestandteil
unseres Programms, sondern, wie alle anderen Tanzgruppen auch,
Bereicherung vieler Feste und Veranstaltungen der Umgebung oder auch
privater Feierlichkeiten.
Die Initialzündung für die tanzsportlichen Erfolge
des ACV war 1996 die Teilnahme unserer Prinzengarde an den Erzgebirgisch-vogtländischen Gardetanzmeisterschaften in Oelsnitz/V. mit
dem völlig überraschenden Gewinn des Turniers. Der Turnierleiter
überredete daraufhin unsere Mädchen zur Anmeldung bei den Sächsischen
Meisterschaften, wo sie einen hervorragenden 3. Platz erreichten.
Seit dem gelingen unseren Tanzgruppen und Solisten
in jedem Jahr erfolgreiche Auftritte bei verschiedenen Tanzwettbewerben,
u.a. mehrere Siege bei den sächsischen Meisterschaften in den
karnevalistischen Tänzen.
Neben der Prinzengarde, der Tanzgruppe Wild Lions
seien hier die
Tanzmariechen Sophia Langenegger,
Nadien Riedel und Annett Bartsch sowie
unsere Tanzpaare Oliver Huster/ Sophia Langenegger
und Nadien Riedel/Jens Hahn genannt.
2008 waren wir in Adorf die Ausrichter der 14.
Erzgebirgisch-Vogtländischen Gardetanzschau,
die unsere Prinzengarde mittlerweile zum
11. Mal gewinnen konnte.
Aber Turniertanz ist nach wie vor nur eine Seite
unserer Vereinstätigkeit.
Die Sessionseröffnungen am 11.11. vor dem Rathaus sind immer
ein Höhepunkt, wobei die bisher spektakulärste Aktion Bürgermeister
Christian Heidan vollbrachte, als er sich in Bergsteigermanier vom
Balkon des Ratsaales abseilte und begeistert vom Publikum am Boden in
Empfang genommen wurde.

Feste Veranstaltungstermine der jeweiligen Session
sind der Eröffnungsball, der große Maskenball am Faschingssamstag, der
Umzug mit anschließendem Kinderfasching am Sonntag sowie der
Rosenmontagsball. Traditionell am Faschingsdienstag bringen wir den
Rathausschlüssel unserem Stadtoberhaupt zurück. Im Ratssaal wird dann
die Bilanz der Regentschaft des ACV gezogen.
Auch außerhalb der Session sind wir an vielen
Veranstaltungen in unserer Umgebung aktiv beteiligt, so z.B. bei den
Programmen und Festumzügen zum Tag der Vogtländer oder auch zum
Tag der Sachsen.
Ohne den unermüdlichen Einsatz unserer
Carnevalisten ist all das nicht möglich, und so zeichnete der Verband
Sächsischer Carneval zum 33jährigen Jubiläum des ACV die
Gründungsmitglieder Joachim Krohn,
Günter Lindner, Steffen Huster und
Günter Beissel mit dem
„Verdienstorden des VSC in Gold“ aus und zur
Sessionseröffnung 2006 erhielt Nadien Riedel für ihren jahrelangen,
erfolgreichen Einsatz das „BDK- Treuezeichen im karnevalistischen
Tanzsport in Gold“.
Am Rosenmontag 2008 wurde unser ehemaliger Präsident
Bernd Dorst für
sein Engagement in der 15jährigen Amtszeit mit dem "Verdienstorden des VSC in Silber" ausgezeichnet. Unser Ehrenmitglied und ehemaliger
Bürgermeister Christian Heidan erhielt für die langjährige Unterstützung
unseres Vereins vom VSC den Orden "Dank und Anerkennung".